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Vielen Dank für Eure starke Unterstützung

Liebe Piraten, liebe Freunde,

gleich als Erstes möchte ich mich von Herzen für Eure fleißige und ausdauernde Arbeit der letzten Monate bedanken. Ich weiß, es war nicht leicht, und die meisten sind wieder einmal über sich hinausgewachsen. Und nicht wenige haben an der einen oder anderen Stelle die Zähne zusammengebissen und auch mal widerstrebend mitgemacht. Ob sich diese Arbeit und dieses Herzblut im Ergebnis der Bundestagswahl, das gestern Abend die breite Öffentlichkeit zu sehen bekommen hat, zeigt – ich glaube nicht. Aber ich denke und hoffe, dass wir als Partei wissen, was wir geleistet haben, und uns daran erinnern werden. Auch mit 11 Jahren haben wir noch die Energie, und wir können es noch.

Jetzt, wo wir einen Moment durchatmen können, erinnern wir uns vielleicht auch wieder an den Start in den Bundestagswahlkampf, von dem mir schwerfallen würde zu sagen, wann er denn genau war. Wir denken an die Art wie Entscheidungen getroffen wurden, und wie darüber diskutiert wurde. Wir erinnern uns daran, wir wir zusammengestanden haben, wenn es auf Twitter Anfeindungen gab. Und wir denken daran, wie viele in den Kreisverbänden auch schon früh gesagt haben, sie hätten auf diesen Wahlkampf keine Lust. Oder auch dass sie nicht mitmachen möchten, weil ihnen Teile des Prozesses nicht gefallen haben, oder weil das, was entschieden wurde, zu weit weg war von dem, wie sie es gerne gemacht hätten.
In einer Partei mit mehr als 50 Mitgliedern wird es immer schwer sein, es Allen recht zu machen. Aber nehmt Euren Unmut oder Eure konkrete Kritik und schreibt sie auf, haltet sie fest. Diskutiert sie bei den Stammtischen, tragt sie in die Landesverbände. Entwickelt Ideen, Wege, Prozesse und Methoden, wie es besser gehen kann. Tut Euch zusammen und meldet Euch, hebt den Finger und sagt: „Wir stehen zur Verfügung, wenn Ihr diesen Vorschlag auch gut findet und es auch mal auf diesem Weg probieren wollt“ – macht ein Angebot. Es kann uns nur bereichern. Sowohl auf Bundesebene als auch auf Landesebene wird es hoffentlich auf den Parteitagen die Gelegenheit für eine Aussprache geben, damit wir besser werden können oder auch Impulse aufnehmen können, um Dinge grundsätzlich zu diskutieren und entsprechend zu verändern. Dafür braucht es aber nicht nur ein kraftloses „wir hätten das auch anders machen können“, sondern in der Regel auch Leute, die dabei helfen, es genau so umzusetzen – sei es als Arbeitsgruppe oder in einem Landesvorstand. Wir haben die Strukturen, um uns regelmäßig zu verbessern, wir müssen es nur selbst in die Hand nehmen. Von alleine wird nichts passieren.

Genauso wie Verbesserungsvorschläge wünsche ich mir auch, dass sich jeder der aktiv war, das Gefühl von Gemeinschaft und gemeinsamen Kampf festhält. Wer im Wahlkampf war, der hat bestimmt auch das Gruppengefühl erlebt, was uns auch über Entfernungen hinweg verbunden hat. Das Gefühl und die Stimmung, die zumindest ich bei mir und in meinem Umfeld festgestellt habe. Dass wir Bundesländer- und Städte-übergreifend gemeinsam auf ein Ziel hingearbeitet haben. Man war nie alleine, immer gab es auch andere, die ihr Bestes gaben.

Es gab viel zu tun, verdammt viel. Es gab zu jeder Zeit weitere Aufgaben, die hätten abgearbeitet werden können. Aber das wäre dann keine Aufgabe für die bereits Aktiven oder Teil-Aktiven gewesen. Denn jeder Aktive hat 100% oder mehr gegeben. Dafür bin ich Euch sehr dankbar. So dankbar, dass ich dafür wahrscheinlich gar nicht die richtigen Worte finde.

Es hat sich aber auch gezeigt, wie wichtig die politische Arbeit ist. Sie ist die Basis, auf der jeder Wahlkampf aufbaut. Und es war auch deutlich, dass Wahlkampf und politische Arbeit zwei verschiedene Paar Schuhe sind. Und dass im Grunde genommen die politische Arbeit auch während des Wahlkampfs nicht zum Erliegen kommen darf.
Schon während des Sammelns der Unterstützungsunterschriften haben einige gesagt: „Ich kann das nicht, das ist nichts für mich“. Nicht jeder kann alles. Und nicht jeder möchte alles. Das ist auch Ausdruck der Freiheit, für die wir kämpfen. Gleichzeitig können wir das auch besser nutzen. Weil die Aufgaben in der Partei vielfältig sind, und weil es immer etwas gibt, was derjenige tun kann, um anderweitig zu stützen und zu entlasten. Das muss dann eben auch nicht im Wahlkampf sein, sondern zum Beispiel in der „normalen“ alltäglichen Parteiarbeit, wo dann diejenigen fehlen, die auf der Straße stehen.

Für mich war es mein erster Bundestagswahlkampf mit Piraten. Und im Grunde genommen war es wie erwartet. 🙂 Wir haben in den letzten Monaten Großartiges geleistet. Kein Vergleich mit den Parteien, die besser abgeschnitten haben als wir, wäre gerechtfertigt, ohne es in das Verhältnis zu setzen, dass wir fast nur Ehrenamtliche sind, und unser Budget bestenfalls ein Bruchteil dessen der „großen“ Parteien war.

Wir sind seit elf Jahren eine aktive Partei in Deutschland. Darin sehe ich auch eine gewisse Verantwortung, sowohl den Bürgern als auch den Mitgliedern gegenüber, ebenso wie ein Anspruch an die Qualität unserer politischen Arbeit. Lasst uns immer diesem Anspruch gerecht werden. Wir sind nicht irgendwer.

Vielen Dank für Eure Arbeit in den letzten Monaten.

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